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Anmerkung d.Red.: Der folgende Text enthält im Original Bilder, die hier nicht dargestellt werden können. Hier gibt es den Rundbrief als *.pdf-Datei mit den dazugehörigen Bildern - zum Lesen und Ausdrucken...

Rundbrief Januar 2018

Jesus Christus spricht:                                                        

„Liebet einander,

so wie ich euch geliebt habe.“

(Joh. 13, 34)

                                                                                                                                                         Bochum, im Januar 2018

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Perú-Projektes!

 

Das Bibelzitat aus dem Johannesevangelium macht in wunderbar einfachen Worten deutlich, was Christsein bedeutet: Mit jeder Tat der Nächstenliebe, jeder Zuwendung zu bedürftigen Menschen stehen wir in direkter Nachfolge Jesu.

In der heutigen Zeit, in der wir über so viele bedürftige, ja verzweifelte Menschen in aller Welt, erfahren, stellt sich da natürlich die Frage: Wo fängt die Liebe an, wo hört sie auf? Hat Liebe denn einen Anfang und ein Ende? Und wenn nicht die Liebe, so doch sicher unsere Möglichkeiten, sie in praktische Unterstützung, auch materieller Art, umzusetzen…

Die Taten der Nächstenliebe beginnen in unserem unmittelbaren persönlichen Umfeld, in der Familie, der Nachbarschaft. Darüber hinaus ist es eine wunderbare Chance der weltweiten Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten, dass wir Menschen in einem so weit entfernten Land wie Perú helfen können. Dadurch machen wir für sie auch die Liebe Jesu erfahrbar. Für diese Menschen macht es den Unterschied in ihrem Leben aus, dass es das Perú-Projekt und Ihre Spenden gibt. Lassen wir unser Herz entscheiden, wohin wir unsere Nächstenliebe richten, aber auch unseren Verstand, welches Projekt unser Vertrauen verdient.

Im Namen aller Menschen, denen die Aktivitäten des Perú-Projektes zu Gute gekommen sind, danken wir Ihnen, dass Sie sich dafür entschieden haben, dass Perú-Projekt zu unterstützen.   

 

Die Projekt-Aktivitäten    

Die Förderschule in Chachapoyas

Mehr Kinder mit schweren Behinderungen, die zum Teil auf den Rollstuhl angewiesen sind, besuchen jetzt die Förderschule - durchaus ein gutes Zeichen, das zeigt, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit schulischer Bildung auch für diese Kinder in der Bevölkerung steigt. Dies ist auch ein Erfolg der langjährigen Öffentlichkeitsarbeit des Teams der Förderschule.

Im neuen Jahr soll das komplette Gebäude der Förderschule abgerissen und neu gebaut werden. Bei einem Erdbeben hatte es erhebliche Schäden erlitten, der Neubau stand schon lange im Raum, wurde aber von der zuständigen Regionalregierung immer wieder verschoben. Nun wird es endlich konkret. Die Förderschüler/innen werden während der Bauphase die Räume einer anderen Schule am Nachmittag mitnutzen. Hoffentlich wird das neue Gebäude den Bedürfnissen der Schüler/innen mit Behinderung gerecht werden.

Anfang des Jahres bat uns die verzweifelte Mutter eines autistischen, epilepsiekranken Schülers, Royber, um Hilfe, um seine häufigen Anfälle in den Griff zu bekommen. So zahlten das Perú-Projekt und die Stiftung für Menschen in Not jeweils zur Hälfte eine Reise nach Lima, wo er mit modernen Methoden („Gehirnkartierung“) in einer Neurologischen Klinik untersucht wurde. Es stellte sich aber leider heraus, das auch die Spezialisten in der Hauptstadt Royber nicht wesentlich helfen konnten. Es gibt leider Formen der Epilepsie, die sich kaum zufriedenstellend behandeln lassen. Immerhin haben wir gemeinsam versucht, was möglich war… Wir können nun nur um Kraft für Mutter und Sohn beten, mit dieser schwierigen Situation zu leben.

Juanito (blind) und Milagros (gehörlos) wurden in den letzten Jahren im Rahmen der Inklusion an Regelschulen von Lehrkräften der Förderschule unterstützt. Sie haben ihre Sekundarschulbildung nun abgeschlossen. Jetzt nach Möglichkeiten gesucht, ihnen ein inklusives Studium zu ermöglichen.

Probleme bei Elizabeths Schultransport

Über einen Zeitraum von 19 Jahren ermöglicht das Perú-Projekt es nun schon Elizabeth Obregón, die seit ihrer Geburt an Armen und Beinen gelähmt ist, die Christóferus-Schule (Waldorf-Förderschule) in Lima zu besuchen, indem es Schulgeld, Transport und Therapien bezahlt.

Elizabeth ist inzwischen 32 Jahre alt. Zu Beginn dieses Schuljahres hat sie die Klasse gewechselt und besucht die „Bäckerei“-Klasse mit erwachsenen Menschen mit Behinderungen. Die Arbeit hier entspricht in etwa einer „Werkstatt für Behinderte“. Elizabeth gefällt es, im Rahmen ihrer Möglichkeiten an allen Tätigkeiten teilzuhaben, sei es auch teilweise nur beobachtend. Besonders mag sie musische Aktivitäten.

Leider hat sich nun ein Problem ergeben: Elizabeth teilte sich das Taxi, das sie täglich zur Schule am anderen Ende der Stadt brachte, mit einem Mitschüler, dessen Familie auch einen Teil der Kosten übernahmen. Dieser Mitschüler hat die Schule verlassen, und die Kosten für die Fahrtkosten sind einfach unverhältnismäßig hoch, um sie auf Dauer allein durch das Perú-Projekt zu decken. So konnte Elizabeth leider im letzten Jahr 4 Monate lang die Schule nicht besuchen, was sie sehr traurig machte. Im November und Dezember ging sie wieder zur Schule. Der Taxifahrer erhöhte die Kosten noch weiter und fuhr sie für 90 Soles (ca. 23 €) pro Tag. Die deutschen Praktikant/innen, die in ihrer Schule tätig sind, trugen für diesen Zeitraum den fehlenden Teil zu den Kosten bei. Noch ist die Organisation bzw. Finanzierung des Schultransportes für das nächste Schuljahr (das im März beginnt) nicht geklärt. Möglicherweise kann Elizabeth nur an 3 von 5 Tagen die Schule besuchen. Parallel dazu bemühen wir uns, eine Institution in der Nähe der elterlichen Wohnung zu finden, die sie aufnehmen kann. Allerdings ist dies sehr schwierig, denn in Perú gibt es kaum Institutionen für erwachsene Menschen mit schwersten Behinderungen.

Familie Cotrina Tapia

Die Familie erhält weiterhin eine Unterstützung zum Lebensunterhalt von monatlich 450 Soles (ca. 220 €). Die Mutter ist nach einem Schlaganfall schon seit 2013 schwer pflegebedürftig, außerdem betreut Zulema Cotrina ihre beiden Geschwister mit schwerer geistiger Behinderung. Ab März erhöhen wir die Unterstützung auf 500 Soles, um den gestiegenen Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen.

Kindergarten in Santo Toribio/ Chachapoyas

Es besteht weiterhin ein loser Kontakt mit dem Kindergarten, der jedoch inzwischen so gut ausgestattet ist, dass wir schon längere Zeit keinen Antrag auf Unterstützung mehr erhalten haben. Sehr erfreulich, denn Ziel von Entwicklungshilfe ist es ja sich – wo es geht – überflüssig zu machen.

Zentrum zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in ViIla el Salvador/ Lima

Bei einem Telefonat mit der Leiterin des Zentrum, Hilda Navarro, war ich (Christel Reuter) wieder begeistert, mit welchem ungebrochenen Enthusiasmus und Hingabe sie sich trotz fortgeschrittenen Alters der Arbeit mit den Kindern widmet. „Wir wurden von Gott für diese Aufgabe berufen und erfüllen sie, so gut wie möglich – und mit Freude!“ sagt Hilda.

Wir werden die Kollekte der Kindervesper des Heiligen Abends von 800 € diesem Projekt zu Gute kommen lassen.

Es gibt ein nahrhaftes Mittagessen, eine Hausaufgabenbetreuung, Förderkurse und ein Freizeitprogramm für die Kinder und Jugendlichen, eine Basis-Gesundheitsuntersuchung und –beratung und Elternfortbildungen in Erster Hilfe und Hygiene. Besonders wichtig ist Hilda und ihren Mitarbeiterinnen, dass die Kinder sich ernst genommen fühlen. Denn: Ein Kind, das unter häuslichen Problemen leidet, kann sich nicht auf das Lernen konzentrieren. So wissen die Kinder, dass sie immer ein offenes Ohr und eine vertrauensvolle Atmosphäre finden, um über das zu reden, was sie belastet.

In unserem Gespräch von Pädagogin zu Pädagogin stellten wir fest, dass wir hier wie dort oft die gleichen Vorlieben und Probleme feststellen. So lieben die Kinder Kochkurse bzw.

 

Vortrag des Gefängnisseelsorgers von Lima

Am 8.6.2017 war Norbert Nikolai im Gemeindezentrum Seliger Nikolaus Groß zu Gast. Diese Veranstaltung fand als Kooperation der Ev. Johanneskirche und der Kath. Gemeinde Seliger Nikolaus Groß statt. Der gebürtige Bochumer Norbert Nikolai arbeitet seit 2010 als Gefängnisseelsorger im größten Männergefängnis Perús (über 9000 Gefangene).

„Padre Norberto“ und das Team der katholischen Kirche führen verschiedene Projekte durch, z.B. ein Drogenentzugsprogramm, Impulse zur sinnvollen Lebensgestaltung, Hilfe zur Rehabilitation. Vor einigen Jahren hatten wir Norberts Arbeit mit 800 € aus dem Perú-Projekt unterstützt.

In seinem Vortrag stellte Norbert Nikolai einzelne Schicksale von Gefangenen ebenso vor wie die gesellschaftlichen Ursachen der hohen Kriminalität. Es war ein beeindruckender und berührender Vortrag.

 

Einige Ereignisse in Perú im Jahr 2017

Überschwemmungen im März

Überschwemmungen, Erdrutsche, Schlammlawinen – das Klimaphänomen El Nino traf die Küstenregion Perús im März dieses Jahres besonders heftig. Die schlimmen Auswirkungen betrafen auch die Hauptstadt Lima. Ganze Straßenzüge und Brücken wurden weggespült, die Leitungssysteme waren zerstört, so dass die Versorgung mit Trinkwasser unterbrochen war – zu einer Zeit, als es bei sommerlicher Hitze besonders dringend gebraucht wurde.

In der Andenregion waren Dörfer zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, weil Zufahrtsstraßen unter Schlamm verschüttet waren. Auch in Chachapoyas, wo die meisten unserer Projektpartner/innen leben, gab es Probleme, da die Verbindung zur Küste unterbrochen war. Einige Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs wurden knapp und teuer. Direkt betroffen waren unsere Projektpartner/innen jedoch weder in Lima noch in Chachapoyas.

El Nino ist ein natürliches Klima-Phänomen, das sich alle zwei bis sieben Jahre durch die Veränderung von Wasser- und Luft-Strömungen in der Nähe des Äquators im und über dem Pazifik entwickelt. Die Erderwärmung aufgrund des Klimawandels und die damit einhergehenden höheren Meerestemperaturen verstärkten das Phänomen zusätzlich.

Lehrerstreik

Am 12. Juli waren landesweit tausende Lehrer dem Aufruf der Lehrergewerkschaft zum Streik gefolgt, um eine grundlegende Gehaltserhöhung und den Schutz vor einer vereinfachten Kündigung zu fordern. Auch die Lehrkräfte der von uns unterstützten Förderschule in Chachapoyas schlossen sich dem Ausstand an, der schließlich zwei Monate dauerte. Schließlich kam es zu einer Einigung mit der Regierung, die eine schrittweise Anhebung des Gehaltes (für 30 Unterrichtsstunden pro Woche) von 1500 Soles auf 2000 Soles (ca. 520 €). Allerdings sind gleichzeitig die Steuern erhöht worden, so dass die Gehaltserhöhung kaum eine Verbesserung bedeutet Das System der Evaluationen, das enormen Druck auf die Lehrkräfte ausübt, da sie bei Nichtbestehen ihren Arbeitsplatz verlieren können, wurde nicht geändert. 

Für mich ist es immer peinlich, wenn ich von einem peruanischen Kollegen/ einer Kollegin nach meinem deutschen Lehrergehalt gefragt werde. Hier wird die weltweite Ungerechtigkeit besonders deutlich: Für die gleiche anspruchsvolle Arbeit verdienen wir hier ein Vielfaches. Denn auch in Anbetracht geringerer Lebenshaltungskosten, reicht das peruanische Gehalt gerade mal aus, um über die Runden zu kommen.

Die durch den Streik verloren gegangene Unterrichtszeit musste nachgeholt werden, z.B. an Samstagen und Feiertagen und durch einen verspäteten Ferienbeginn.

Proteste gegen die Begnadigung von Ex-Präsident Fujimori

Der zu 25 Jahren Haft verurteilte Ex-Präsident Perus, Alberto Fujimori (79), ist zu Weihnachten überraschend von Staatschef Kuczynski begnadigt worden. Fujimori war 2007 wegen schwerwiegender Verstöße gegen die Menschenrechte (unter anderem als Mitverantwortlicher für 25 Morde und 2 Entführungen) während seiner Amtszeit (1990 bis 2000) zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Die Begnadigung erfolgte aus „humanitären Gründen“. Der Ex-Präsident gilt als herzkrank. Seine Begnadigung 15 Jahre vor Haftende löste massive Proteste aus. Trotz des Weihnachtsfestes strömten Zehntausende Menschen auf die Straßen.

Viele vermuten, dass der wahre Grund für Fujimoris Freilassung ein „Deal“ des aktuellen Präsidenten mit dessen Sohn Kenji ist: Durch die Enthaltung von Kenji und 9 weiterer Abgeordneter aus dessen Partei überstand Kuczynski ein Misstrauensvotum. Die politische Lage ist also z. Z. sehr angespannt.  

 

Von ganzem Herzen danken wir Ihnen für Ihre Gebete und Spenden und wünschen Ihnen Gottes Segen für dieses Jahr.

 


Der Perú-Kreis

Volker Rottmann (Pfarrer),

Manfred Möller (Finanzkirchmeister),

Birgit Reuter (Presbyterin),

Max Pereira und Christel Reuter (Koordinatorin).

 

Bankverbindung

Kontoinhaberin: Ev. Johanneskirche

IBAN: DE 84 430 500 01 0119009918

BIC: WELADED1BOC (Sparkasse Bochum)

Stichwort: Perú-Projekt

 

 

 

 

 

 

 

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Montag, 24. September 2018:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände.
5.Mose 30,9
Lehrtext:
Gott ist?s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.
Philipper 2,13